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Gut sortiert

Immer noch Frankfurt Hauptbahnhof. Das so genannte „Schneechaos“ ist in Wirklichkeit ein Marketing-Coup der Bahnhofsbuchhandlungen.

Früher gab es ein Regal „Religion“ oder sogar „Theologie“ in Buchhandlungen, und irgendwo anders, bei den Ratgebern, ein Regal „Esoterik“ oder „New Age“. Am Frankfurter Bahnhof finden sich alle irgendwie spirituellen Bücher – von der Bibel über I Ging bis zu „The Secret“ – unter der Überschrift „Esoterik“. Bemerkenswert die Sortierung: Die 1 ½ christlichen Regalmeter haben diese Bezeichnung wirklich kaum verdient – neben zwei Bibeln und ein paar kirchenhistorischen Werken, die sich vor allem Themen wie Inquisition und dergleichen widmen, finden sich vor allem pseudoaufklärerische Werke à la „Das wirklich wahre Paulus-Geheimnis“. Dafür dann in der „echten“ Esoterik-Sektion, wo die Bücher am buntesten sind: William P. Youngs „Die Hütte“ und, zwischen Engeln und Propheten, C. S. Lewis‘ Klassiker „Über den Schmerz“.

Das nennt man wohl Postmoderne – die alten Sortierungen und Segmentierungen greifen nicht mehr. Etwas verwirrend, aber das ist ja auch eine Chance, oder?

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